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Binnenschiffer sitzen in Datteln auf dem Trockenen Wasserentnahmestellen seit einer Woche gesperrt (22.12.2011 / sya) „Informationen hat es im Vorfeld hier keine gegeben, dass die Wasserentnahme gesperrt wird“, erklärte Ralf Rindke, der vor einer Woche davon überrascht wurde, dass die Wasserentnahmestellen im Liegehafen Datteln gesperrt waren. „Es wurde ein Bauzaun errichtet, mit dem Hinweisschild ‚außer Betrieb’. Außerdem wurden die Wasserleitungen abgestellt.“ Veranlasst hatte dies wohl ein Gesundheitsbeauftragter des Kreises Recklinghausen. Angeblich habe das Wasser keine Trinkwasser-Qualität, kursieren Gerüchte zur Begründung. Ralf Rindke, Eigner des Bunkerbootes „Lohtank 3“ in Datteln, machte dies umgehend im Binnenschifferforum (www.binnenschifferforum.de) bekannt. „Ein Schild mit der Aufschrift ‚kein Trinkwasser’ war dort schon seit etwa zwei Monaten angebracht“, erzählte Ralf Rindke, der sich vor allem darüber empört, dass die Entnahmestellen von heute auf morgen ohne jegliche Informationen für die Schiffer zugemacht wurden. Das mit der „schlechten Trinkwasser-Qualität“ lässt er so auch nicht gelten: „Mit dem Wasser hat es aber nie Probleme gegeben. Das bezeugen Proben, die von dem Wasser genommen wurden. Hier haben die Schiffer ihre Tanks mit 4- oder 5.000 Litern so richtig vollgemacht.“ Den Dattelner Bürgermeister Wolfgang Werner hat er wegen der Sperrung schon angesprochen. Der Stadt gehen mit der Sperrung schließlich auch gute Einkaufskunden verloren. „Und beim traditionellen Kanalfest im August werden die Schausteller dann wohl auch ohne Wasser da stehen“, machte Rindke deutlich, der dort seit Jahren die Wasserversorgung sicherstellt. Die Wasserentnahmestellen in Datteln sind ein immens wichtiger Versorgungspunkt für die Binnenschiffer, die zwischen Rhein und den deutschen Nordseehäfen nur hier größere Wassermengen bunkern können – und dabei dann gleich in Datteln auch ihre (Groß-)Einkäufe erledigen. „Das ist eine einmalige Liegestelle für die Versorgung an Bord“, erzählte Rolf Karmineke, der als Ausbilder in der Binnenschifffahrt (und im Binnenschifferforum) gut vernetzt ist. Die nächste Möglichkeit, größere Mengen Wasser zu bunkern, ist in Minden. „Das sind 180 km oder anderthalb Tage“, so Rindke. Keine wirkliche Alternative also. Und beim Nachfüllen von Wasser an den Schleusen auf dem Rhein-Herne-Kanal kann man nur gut 200 Liter abfüllen, damit kommt der Schiffer nicht weit. „Es geht wohl darum, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt das Geld für die Kontrolle durch das Gesundheitsamt sparen will“, vermutet Karmineke. Statt zwei Kontrollen im Jahr durch die Firma Biofocus für 30 Euro will das Gesundheitsamt vier Kontrollen im Jahr für 90 Euro, die nicht mehr von Biofocus, sondern von einem Vertreter des Gesundheitsamtes genommen werden – und dann bei Biofocus im Labor untersucht werden. „Wir haben das Absperren der Wasserentnahmestellen nicht verlangt. Wir haben lediglich das Wasser- und Schifffahrtsamt Meiderich angeschrieben und einen Umbau bzw. das Beheben der Beanstandungen verlangt“, erklärte Pressesprecher Jochem Manz von der Kreisverwaltung Recklinghausen in einem Telefonat. Das Kreisgesundheitsamt Recklinghausen sei für die Sperrung der Wasserentnahmestellen nicht verantwortlich, sondern das WSA Duisburg-Meiderich als Eigentümer der Wasserstellen. Zwar seien 2010 auf einem Boot Wasserproben auffällig gewesen, aber das war ein Einzelfall. Daraufhin seien die Zapfanlagen begutachtet worden: “Hier gab es aus unserer Sicht Grund zur Beanstandung, die Umbauten erforderten“, so Manz. Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg-Meiderich hatte – so die Aussage von Michael Coopmann vom WSA Meiderich auf Anfrage des Schifffahrts-Magazins – die Wasserstelle nach einem Anruf des Kreisgesundheitsamtes am 15. Dezember unverzüglich schließen müssen. So kurzfristig, dass Informationen an die Binnenschiffer nicht mehr möglich waren. „Seit gut einem Jahr sind die Anlagen mit dem Schild ‚kein Trinkwasser“ versehen. Uns blieb jetzt gar nichts anderes übrig.“ Es hatte dann umgehend ein Termin vor Ort stattgefunden, welche Anforderungen das Kreisgesundheitsamt an die Zapfstelle stellt. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Schiffern hier wieder das Zapfen von Trinkwasser zu ermöglichen. Wir müssen aber prüfen, mit welcher Mindestlösung das Kreisgesundheitsamt einverstanden ist. Die müssen grünes Licht geben“, so Coopmann. „So schnell wie möglich“ wolle man die Wasserentnahme in Datteln wieder öffnen, erklärte Sabrina Dragan, Leiterin der WSA-Außenstelle Datteln. Termine mit Fachfirmen für Angebote konnte man aber erst für Anfang Januar vereinbaren. Und in der zweiten Januar-Woche wird im Idealfall schon umgebaut. „Wir wissen um die Brisanz und arbeiten an einer schnellen Lösung.“ Dann fängt das neue Jahr ja gut an!■
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